• christa59

Let's Rococo, das Photoshooting im Boudoir und ein bisschen Geschichte ...

Aktualisiert: Aug 16


Der Begriff Rokoko stammt von dem französischen Wort "Rocaille", was so viel wie "Muschelwerk" bedeutet.

Die Muschel war als Zierform zur damaligen Zeit besonders beliebt.


“In einem stillen Meer

von Blütendüften

füllt sich ein Zauber leis in Lüften.

Wie wiegen doch die bunten Tage,

wenn Zuversicht und Liebe tragen.”

Hanna Schnyders


Das Rokoko entwickelte sich ab 1720 in der Epoche des Barock (1600-1750).

Man unterscheidet zwischen frühes- hoches- und spätes Rokoko.

Während die Menschen im Barock Symmetrie bevorzugten, zeichnet sich das Rokoko durch Asymmetrie und ausufernde Verzierungen aus.


Francois Boucher/ Madame Pompadour


Rokoko ist keine eigene Epoche, sondern ein Stil des Barock mit bestimmten Merkmalen, die leichter sind als im Barock selbst.

Beim Rokoko ist alles etwas verspielter, die Farben werden heller, pastelliger. Beige, rosa, hellblau, hellgelb usw. standen vor.



Es ist ein Dekorationsstil, der sich als elegant, sinnlich und fantasievoll beschreiben lässt. Es herrschen geschwungene Linien und Formen vor.

Auch Möbel weisen gebogene und verspielte Linien und die Muschelform auf.

Die Füsse der Möbel sind häufig mit Schnitzereien versehen.


Poudreuse

(französisch, auch Toilettentisch, Kosmetiktisch, Frisiertisch, Putztisch oder kurz Toilette) ist eine im 17. Jahrhundert entstandene Art von Tisch für Kosmetik-Gegenstände, die im Laufe des 18. Jahrhunderts ihre Glanzzeit hatte, weiterentwickelt wurde und oft sehr raffiniert ausgestaltet war. An der Mitte der Deckplatte war ein Spiegel angebracht, der aufgeklappt und hochgestellt werden konnte. Häufig waren diese Tische mit zahlreichen Schubfächern und Laden ausgestattet.



Meine Schminkkommode hat diese, für diese Zeit so üblichen Muschelverzierungen/ Muschelornamente.

Für das Photoshooting mit der bezaubernden Monika, habe ich sie dementsprechend aufgepeppt.



Die bevorzugeten Blumen dieser Zeit waren Rosen und Nelken. Diese wurden als Dekoration ins Set „eingebaut”.


Die Frauenkleidung, besonders bei der "Robe á la française", des "französischen Kleides", bestand meist aus Manteau (Überkleid), Rock und Stecker, ein dreieckiger Einsatz am Oberteil. Frauen trugen ein enges Stoffband um den Hals. Wenn es zu eng wurde oder es zerriss, lag oft eine Schwangerschaft vor.


Schosshunde wurden zumeist von Damen als Luxushunde oder Spielgefährten gehalten. Ihre Aufgabe war es, durch die höhere Körpertemperatur die Flöhe abzuziehen.


In der Zeit des Rokoko trug man Schuhe mit hohen Absätzen und sehr spitzen Zehen.

Man machte in der Herstellung noch keinen Unterschied zwischen dem rechten und dem linken Fuss, was nach einem langen Tag zu Schmerzen geführt haben könnte, zumindest solange man die Schuhe noch nicht eingetragen hatte.


Madame de Pompadour und Marie Antoinette, die wohl berühmtesten Frauen des Rokoko




Bild: Volkstrachten.de


In dieser Zeit galten Frauen als schön, wenn sie eine makellose, weisse Haut hatten.

Teilweise wurden auch Gifte ganz bewusst als Kosmetika eingesetzt. Man täufelte zum Beispiel den Extrakt der Tollkirsche in die Augen und diesen unschuldigen Rehblick zu erhalten.


Jeanne-Antoinette Poisson

Dame Le Normant d’Étiolles, marquise (Markgräfin) de Pompadour, Duchesse (Herzogin) de Menars (* 29. Dezember 1721 in Paris; † 15. April 1764 in Versailles), kurz Madame de Pompadour, war eine Mätresse des französischen Königs Ludwig XV.


Zudem wurden Aderlässe durchgeführt, um die Blutmenge zu reduzieren und die Haut so blasser wirken zu lassen.


Lehrbuch der historischen Frisuren.

Eine Inspiration für jeden Maskenbilder/ in.

Leider ist das Buch vergriffen und wurde bis jetzt nicht mehr nachgedruckt.

Ich hatte das Glück, noch ein Exemplar zu ergattern.


1720

Das Haar wurde im Allgemeinen aufgesteckt getragen; die Frisuren waren schlicht. Perücken und Haarteile waren für Damenfrisuren noch nicht üblich, weil das natürliche Haar für die modischen Frisuren ausreichte. Mindestens ausser Haus, meist aber auch im Haus, trugen Frauen und Kinder eine Haube.


Marie-Antoinette, 1775, Musée , Antoine Lécuyer


Marie-Antoinette (* 2. November1755 in Wien; † 16. Oktober1793 in Paris) wurde als Erzherzogin Maria Antonia von Österreich geboren.

Durch Heirat mit dem Thronfolger Ludwig August wurde sie am 16. Mai 1770 Dauphine von Frankreich.


Erst im Hochrokoko (1750 -1780) wurden die Frisuren höher und voluminöser, so dass Drahtgestelle, Rosshaarkissen, Haarkrepp und verstärkt Haarteile nötig wurden.

Während Frauen damals körperlich zerbrechlich wirken wollten, sollten die Haare umso grösser und voluminöser sein.


Im Spätbarock kommt diese hohe, pyramidenförmige Frisur in Mode.


Sehnsucht

"Ich hab Sehnsucht.

Ich hab verlangen.

Ich habe vertrauen.

Aber alles nur nach Dir."

Heide Exler


Vorreiterin war Marie Antoinette, die damals berühmt war für ihre aussergewöhnlichen Frisuren, die gerne in übernatürliche Breiten und Höhen gingen.

Das wollten alle anderen auch und bastelten sich also Gestelle aus Holz und Draht,

füllten diese mit Stroh oder Wolle und legten das Perückenhaar darüber.



Für Halt sorgten sowohl Bärenfett als auch Rinderschmalz.

Als wäre das nicht schon genug, kam zum Schluss noch eine dicke Schicht Puder über alles. Vom üblen Geruch ganz zu schweigen, sorgten diese Perücken nicht nur für juckende Kopfhaut und Läuse, sondern auch für Wunden und Narben auf der Kopfhaut.

Und nicht nur das Haar war leicht entflammbar, auch das Tierfett konnte sich schnell entzünden.


Photo aus dem ROKOKO- Shooting im Schloss Burgistein in Solothurn.

Model: Cindy Z, Photographer: Pascal Triponez

Hair/ Make- Up/ Styling: Christa Durante


Als Puder benutzte man Stärke, also Kartoffel-, Weizen- oder Reismehl, das mit einem kleinen Blasebalg gezielt auf die fertige Frisur aufgebracht wurde, bevor man sie schmückte.

Der Puder konnte mit ätherischen Ölen duftig versetzt werden und war nicht immer weiss, sondern oft mit Pigmenten grau, rosa oder bläulich eingefärbt.


François Boucher


Beim Make- Up für Monika habe ich zarte, feine Blümchen aus Stoff als Schönheitspflaster verwenden.

Für die weisse Grundierung braucht es Profi Produkte, damit sie nicht schmierig wird.

Das Geheimnis dieser perfekten Grundlage für viele meiner Make- Ups, verrate ich nur meinen Schülern.



Die Gesichtshaut wurde meist weiss gepudert, was den Kontrast zu rotem Mund und Wangen verstärkt.

Für stärkere Deckung versetzte man Pomade mit weissen Pigmenten und rührte daraus eine Creme.



Puder als auch Paste waren allerdings nicht wirklich deckend, aber dafür hochgiftig da, Bleiweiss für die Blassheit eingesetzt wurde. Schönheitspflästerchen aus Seide waren das ganze Rokoko über sehr beliebt. In einer kleinen Büchse hielt die Dame eine Reihe verschieden geformter „Fliegen“ bereit, wie z.B. Sonne, Mond und Stern.


"Wenn du sprichst,

wacht mein buntes Herz auf.

Alle Vögel üben sich

Auf deinen Lippen.

Immerblau streut deine Stimme

Über den Weg; Wo du erzählst, wird Himmel.

Deine Worte sind aus Lied geformt,

Ich traure, wenn du schweigst.

Singen hängt überall an dir – Wie du wohl träumen magst?"

Else Lasker-Schüler

Model: Monika M


Während heute Wangenknochen hervorgehoben werden, setzte man damals auf etwas ganz anderes: Venen. Da diese durch den Trend der blassen Haut bei vielen Frauen stark zum Vorschein kamen, hob man sie einfach noch mehr hervor.



Einige Frauen färbten ihre Venen dafür mit einem blauen Stift ein, andere verwendeten Blutegel, um ihre Venen hervorzuheben. Äußerst beliebt war übrigens das Highlighten der Venen auf ihrer Brust, um besonders „blaublütig“ zu wirken.


Betonte Augenbrauen waren ebenfalls wichtig.

Sie sollten halbmondförmig gezupft sein und mit Khol, Holunderbeerensaft, verbranntem Kork oder Russ von Öllampen geschwärzt werden. Teilweise wurden sogar falsche Augenbrauen aus Mäusefell getragen. Bleihaltiges Make-Up kann nämlich dafür sorgen, dass einem Gesichtshaar ausfällt.


Blumen im Haar

“Die Mädchen tragen wunderbar bunte Blumen in ihrem Haar.

Kleine Wünsche hüpfen in

ihnen,

summend, wie die ersten Bienen.“

Res Lio


Der Liebesbrief. 1750 von François Boucher

François Boucher war ein französischer Maler, Zeichner, Kupferstecher und Dekorateur des französischen Rokoko, dessen galante Welt er in lasziven, mythologischen, allegorischen und erotischen Motiven darstellte. Er war Hofmaler von Ludwig XV. und Günstling der Marquise de Pompadou.

Ihm wird die BOUDOIR- Malerei zugeordnet, die sich in der Zeit des Rokokos etablierte.


"Ich hab Sehnsucht.

Ich hab verlangen. Ich habe vertrauen.

Aber alles nur nach Dir."


Heide Exler



Im Barock wurde aber sehr viel Wert auf Wäschepflege gelegt. Täglich frische, weisse und duftende Unterwäsche war ein Zeichen von besonderer Gepflegtheit und natürlich Reichtum.

Unter die Oberbekleidung waren oft kleine Riechkissen mit Kräutern wie Majoran, Basilikum und Lavendel genäht.


Parfümiert wurde nicht nur die Wäsche , sondern der ganze Körper, sowohl auch Möbel und Vorhänge, weil man glaubte, so die Pest abwehren zu können.


Dein sinnliches Boudoir Photoshooting

Übrigens, dieses puderzarte Boudoir Photoshooting gibt es inkl. aufwendigen Hair & Make- Up für CHF 390.- .

Zahlreiche Dessous und Kleider in verschiedenen Grössen, stehen für das Shooting zur Verfügung.

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